Ein internationales Forscherteam um Prof. Dr. Claus-Christian Carbon hat aktuell ein Testverfahren entwickelt, das unbewusste Gründe für Wahlentscheidungen an die Oberfläche bringt.
Das stetige Problem bei Konsumentenbefragungen: man bekommt nur mehr oder weniger genaue Antworten. Auf der einen Seite wollen Probanden sich nicht gerne „outen“, wenn sie Sichtweisen haben, die sie selbst als merkwürdig einordnen und auf der anderen Seite sind sie sich oft selbst nicht im Klaren, über ihre tiefsten Wünsche und Bedürfnisse. Wie kommt ein Forscher also an diese unbewussten Ursachen von (Kauf-)Entscheidungen?
Unser Verhalten wird maßgeblich von sogenannten impliziten Einstellungen bestimmt. Diese entscheiden, ob wir eine bestimmte Partei wählen, eine bestimmte Waschmittelmarke präferieren oder Sympathie für eine Automarke besitzen. Und diese Einstellungen sind oftmals unabhängig von rationalen Gründen oder objektiven Daten, erklärt der Kognitionspsychologe von der Universität Bamberg.
Unter dieser Prämisse des Neuromarketing entwickelte Carbon zusammen mit Valentin Gattol und Maria Sääksjärvi von der Fakultät für Industriedesign der Technischen Universität Delft (Niederlande) den sogenannten Multidimensionalen Impliziten Assoziationstest, kurz md-IAT.
Carbon ist sich sicher, dass sein Testverfahren bald überall zum Einsatz kommt, wo es um das Nachvollziehen von Entscheidungen geht. Die Universität Bamberg entwickelt derzeit ein Tool, um die Technik für Standardnutzer frei verfügbar zu machen.
Vielleicht schafft dieses Tool es also, ohne aufwändige Methoden der Hirnforschung, Einblick ins Gehirn zu geben. Wir warten gespannt auf die ersten Ergebnisse und die entsprechende Software zum Selbstversuch.
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